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Aktuelle News

  • 15.05.2019 Bayer sieht Wirksamkeit des Krebsmittels Larotrec...

    Bayer sieht Wirksamkeit des Krebsmittels Larotrectinib bestätigt

    15.05.2019| 23:01:18

    BERLIN/CHICAGO (awp international) - Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer sieht die Wirksamkeit seines Krebswirkstoffs Larotrectinib durch neue Studiendaten untermauert. Die im Rahmen der jährlichen Tagung der Amerikanischen Gesellschaft für klinische Onkologie ASCO vorgestellten Studiendaten zeigten hohe Gesamtansprechraten bei Kindern und Erwachsenen mit sogenannten TRK-Fusionstumoren, wie Bayer am Mittwoch in Berlin mitteilte. Die Daten bestätigten den klinischen Nutzen bei Patienten mit Tumoren des zentralen Nervensystems und Metastasen im Gehirn und wiesen auch eine Verbesserung der Lebensqualität nach.

    Bayer hatte sich im Februar die vollen Rechte an Larotrectinib und einem weiteren Krebsmittel (LOXO-195) des Partners Loxo Oncology gesichert, nachdem dieser vom US-Pharmakonzern Eli Lilly geschluckt wurde. Der Wirkstoff zielt auf Krebserkrankungen mit einer sogenannten NTRK-Genfusion ab, einem insgesamt seltenen Treiber für Krebs, der jedoch laut Bayer bei vielen verschiedenen Tumorarten vorkommen kann. Larotrectinib ist in den USA unter dem Namen Vitrakvi zur Behandlung bestimmter Tumore zugelassen. Entsprechende Anträge in Europa und anderen Regionen laufen.

    Bayer traut Larotrectinib einen Spitzenumsatz (Peak Sales) von mehr als 750 Millionen Euro zu. Damit wäre das Mittel zwar noch kein Blockbuster, aber ein wichtiger Baustein zur laut Analysten dringend notwendigen Belebung der Pharma-Pipeline. So läuft in einigen Jahren der Patentschutz für Wachstumstreiber und grosse Umsatzbringer, wie den Blutverdünner Xarelto und das Augenmedikament Eyla, ab./mis/elm/fba

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  • 15.05.2019 Eingetrübte Konjunktur trifft deutsche Chemie

    Eingetrübte Konjunktur trifft deutsche Chemie

    15.05.2019| 11:07:30

    (Ausführliche Fassung)

    FRANKFURT (awp international) - Die nachlassende Weltwirtschaft macht der deutschen Chemie- und Pharmabranche zu schaffen. Nach einem kräftigen Umsatzrückgang zu Jahresbeginn rechnet sie zunächst nicht mit einer Belebung des Geschäfts, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. "Wir erwarten weiter ein schwieriges Jahr für die Chemie", erklärte Präsident Hans Van Bylen.

    Im ersten Quartal litt die drittgrösste deutsche Industriebranche mit gut 462 000 Beschäftigten unter der schwachen Nachfrage der deutschen Wirtschaft. Auf dem Heimatmarkt hielten sich wichtige Kunden wie Autobauer mit Bestellungen zurück. Im Ausland, etwa auf dem bedeutenden europäischen Markt, schlug die eingetrübte Weltkonjunktur durch. "Es gibt wenig Dynamik", erklärte der VCI.

    Von Januar bis März sank der Umsatz gemessen am starken Vorjahresquartal um 3,8 Prozent auf 48,3 Milliarden Euro. Gerade im Ausland liefen die Geschäfte schlechter. Die Produktion der hoch ausgelasteten Branche fiel um 6 Prozent, die Erzeugerpreise stiegen um 1,6 Prozent. 2018 hatte die Branche einen Rekordumsatz von 203 Milliarden Euro erzielt, zum Jahresende trübte sich Lage aber ein.

    Zu Jahresbeginn gab es aber auch Hoffnungszeichen für die Chemiebranche, die als Zulieferer der Auto-, Bau- und Kosmetikindustrie oft ein Indikator für die Konjunktur ist. So legten die Produktion und die Kapazitätsauslastung gemessen am Schlussquartal 2018 etwas zu. In Europa sei der Jahresstart positiver verlaufen als befürchtet, so der VCI. Zugleich habe die deutsche Industrie ihren Abwärtstrend verlangsamt und die Binnenkonjunktur an Fahrt gewonnen. "Die Chemie hat sich zum Jahresauftakt etwas besser entwickelt als im vorangehenden Quartal", stellte Van Bylen fest.

    Auch habe sich der Pegel des Rheins nach dem trockenen Jahr 2018 wieder normalisiert, was den Transport von Chemieerzeugnissen erleichtert. Im vergangenen Jahr litten Konzerne wie BASF unter dem Niedrigwasser und mussten daher Millionen an Sonderkosten schultern.

    Im laufenden Jahr erwartet der VCI angesichts von Handelskonflikten und der schwächeren Weltwirtschaft unverändert einen Umsatzrückgang von 2,5 Prozent auf knapp 198 Milliarden Euro. Die Produktion soll bei leicht steigenden Preisen um 3,5 Prozent sinken. Der Verband hatte im März seine Prognose eingedampft, da es zu einem Sondereffekt kam: Ein Konzern hatte zum Jahresende die Produktion eines Blockbuster-Medikaments in Deutschland eingestellt./als/DP/jha

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  • 15.05.2019 Deutsche Chemiebranche leidet unter eingetrübter ...

    Deutsche Chemiebranche leidet unter eingetrübter Konjunktur

    15.05.2019| 10:08:48

    FRANKFURT (awp international) - Die schwächere Weltwirtschaft macht der deutschen Chemie- und Pharmabranche zu schaffen. Nach einem kräftigen Umsatzrückgang im ersten Quartal stellt sie sich weiter auf ein schwieriges Jahr ein, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

    Zum Jahresbeginn litt Deutschlands drittgrösste Industriebranche mit gut 462 000 Beschäftigten hierzulande unter einer schwachen Nachfrage nach Chemikalien. Auf dem Heimatmarkt hielten sich wichtige Kunden wie Autobauer mit Bestellungen zurück, im Ausland machte sich die eingetrübte Weltkonjunktur bemerkbar.

    Von Januar bis März sank der Umsatz in der Chemie- und Pharmaindustrie gemessen am Vorjahresquartal um 3,8 Prozent auf 48,3 Milliarden Euro. Die Produktion fiel um 6 Prozent. Dieses Jahr erwartet der VCI angesichts von Handelskonflikten und der schwächeren Weltwirtschaft unverändert einen Umsatzrückgang von 2,5 Prozent. Die Produktion der hoch ausgelasteten Branche soll bei leicht steigenden Preisen um 3,5 Prozent sinken./als/DP/jha

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  • 14.05.2019 Nächste Glyphosat-Klatsche: US-Rentnerpaar bringt...

    Nächste Glyphosat-Klatsche: US-Rentnerpaar bringt Bayer in Bedrängnis

    14.05.2019| 15:29:10

    (Neu: Einstieg neu gefasst, mehr Hintergrund, Äusserungen von DSW und Union Investment)

    OAKLAND/LEVERKUSEN (awp international) - Ein amerikanisches Rentnerpaar bringt Bayer in Bedrängnis: Denn eine US-Jury sprach Alva und Alberta Pilliod Schadenersatz in Höhe von etwas mehr als 2 Milliarden US-Dollar (rund 1,8 Mrd Euro) zu. Das Paar war an Krebs erkrankt und schreibt dies der Verwendung glyphosathaltiger Unkrautvernichter durch die Bayer-Tochter Monsanto zu. Es ist bereits die dritte Niederlage für Bayer und Monsanto in US-Verfahren im Zusammenhang mit dem umstrittenen Mittel. Bayer kündigte noch in der Nacht zum Dienstag an, Berufung gegen die Entscheidung einzulegen.

    Der Aktienkurs setzte die Talfahrt der vergangenen Monate dennoch fort. Kurz nach dem Handelsstart sackte die im Dax notierte Aktie um bis zu fünf Prozent auf 53,65 Euro und damit den tiefsten Stand seit 2012 ab. Bis zum Nachmittag dämmte sie die Verluste auf etwas mehr als zwei Prozent ein.

    Die Pilliods hatten den Monsanto-Unkrautvernichter Roundup über Jahrzehnte auf ihren Grundstücken verwendet. Bei Alva wurde 2011 ein Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert, eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Seine Frau bekam dieselbe Diagnose vier Jahre später. Aufgrund der Werbung des Unternehmens hätten sie den Eindruck bekommen, dass das Mittel sicher sei, beklagte sich Alberta Pilliod am Montag auf einer Pressekonferenz. Sie wünschten sich, dass Monsanto über die Gefahren des Mittels aufgeklärt hätte. "Es hat unser Leben für immer verändert. Wir können nicht mehr die Dinge machen, die wir früher konnten und das nehmen wir Monsanto wirklich übel", erklärte die 74-Jährige.

    Bayer hatte vor Gericht vergeblich darauf verwiesen, dass beide Kläger eine lange Historie von Vorerkrankungen hätten, die bekanntermassen erhebliche Risikofaktoren für eine Erkrankung am Non-Hodgkin-Lymphom seien. Es gebe keine wissenschaftlichen Beweise, dass es ohne den Einsatz von Glyphosat nicht zu der Krebserkrankung gekommen wäre, argumentierte Bayer. Doch die Jury überzeugte das nicht. Sie machte das Monsanto-Mittel für die Krebserkrankung verantwortlich.

    Der grösste Teil der verhängten Milliardensumme entfiel dabei auf den sogenannten Strafschadenersatz, wofür es im deutschen Recht keine Entsprechung gibt. Ein Juror wurde in US-Medien mit dem Satz zitiert, das Urteil solle dem Konzern eine Lehre erteilen.

    Es ist bereits die dritte derartige Niederlage für Bayer. Im ersten Prozess hatte eine Jury den Konzern vergangenen August zunächst zu 289 Millionen Dollar an Schmerzensgeld und Entschädigung verdonnert. Die Richterin reduzierte die Summe später allerdings auf rund 78 Millionen Dollar. Im Ende März verlorenen zweiten Prozess steht eine ähnlich hohe Summe im Raum.

    Damals wie heute betonte Bayer, die Urteile stünden in direktem Widerspruch zu vielen Studien zur Sicherheit von Glyphosat. Und in der Tat hatte die US-Umweltbehörde EPA den Unkrautvernichter Glyphosat erst Anfang Mai weiterhin als nicht krebserregend eingestuft. Die Klagewelle in den USA fusst dagegen im Grunde auf einer Einschätzung der Internationalen Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die den Unkrautvernichter 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" für Menschen einstufte.

    Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) sieht Bayer nach der Verhängung der Milliardenstrafe in einer gefährlichem Lage. "Das Schicksal von Bayer liegt jetzt in der Hand des US-Richters, der als nächster die Höhe der Strafe prüft", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler der Deutschen Presse-Agentur. Das sei "erschreckend".

    Tüngler betonte, das Urteil zeige auch, dass Bayer das mit der Monsanto-Übernahme verbundene Reputationsrisiko offenbar unterschätzt habe. Der Leverkusener Konzern sei immer davon ausgegangen, dass es nur in Deutschland ein Problem mit dem Image des in der Gentechnik sehr aktiven US-Konzerns gebe. Doch seitdem Monsanto nicht mehr amerikanisch sei, sei offensichtlich auch die Stimmung in den USA gekippt. Gleichzeitig erschwere das jüngste Urteil mögliche Vergleichsverhandlungen. "Die Dimension ist so unfassbar aus allen Fugen geraten. Da ist in nächster Zeit kaum mehr ein Raum für eine Einigung", sagte Tüngler.

    Markus Manns von der Fondsgesellschaft Union Investment betonte, das Urteil verdeutliche die "enormen Risiken des Monsanto-Deals". Bayer habe die Probleme "offenbar völlig unterschätzt".

    Der Leverkusener Konzern setzt nun auf die nächsten Instanzen und die dort zuständigen Berufsrichter, nachdem die Geschworenen in den ersten Runden aus der normalen Bevölkerung kamen. Von den Berufsrichtern erhofft sich Bayer grösseres Augenmerk für die immer wieder zitierten Studien zur Sicherheit von Glyphosat und sachlichere Urteile. Die Berufungsverfahren können sich aber sehr lange hinziehen, im laufenden Jahr wird voraussichtlich keine Entscheidung mehr fallen.

    Bayer hatte im Frühjahr 2016 seine Pläne zur Übernahme von Monsanto bekanntgegeben. Doch wurde die 63 Milliarden US-Dollar teuere Übernahme erst im Juni 2018 abgeschlossen. Seitdem hat sich der Wert der Bayer-Aktie fast halbiert. Bayer ist an der Börse mit rund 51 Milliarden Euro mittlerweile weniger wert als für Monsanto umgerechnet gezahlt wurde.

    Bayer-Chef Werner Baumann bekam die Verärgerung der Aktionäre Ende April persönlich zu spüren. Auf der Hauptversammlung verweigerten ihm die Aktionäre die Entlastung - ein einmaliges Ereignis für einen amtierenden Chef eines Dax -Konzerns./mis/hma/rea/DP/mis/fba

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  • 14.05.2019 Nächste Glyphosat-Klatsche für Bayer - 2 Milliard...

    Nächste Glyphosat-Klatsche für Bayer - 2 Milliarden Dollar gefordert

    14.05.2019| 09:56:35

    (Text komplett neu gefasst, mit Aktienkurs und Analysten)

    OAKLAND/LEVERKUSEN (awp international) - Für Bayer-Chef Werner Baumann wird es immer ungemütlicher. Nach bereits zwei verlorenen Prozessen um Krebsrisiken von Unkrautvernichtern der US-Tochter Monsanto hatten Beobachter zwar auch im dritten Prozess mit einer Niederlage gerechnet, das Ausmass des Denkzettels hatte aber wohl kaum jemand auf dem Zettel.

    Die Geschworenen-Jury des zuständigen Gerichts im kalifornischen Oakland verurteilte Bayer am Montag (Ortszeit), Schadenersatz in Höhe von insgesamt über zwei Milliarden US-Dollar (1,78 Milliarden Euro) an das klagende Rentnerehepaar zu zahlen. Bayer beharrt auf der Sicherheit von Glyphosat und will in Berufung gehen.

    Der Aktienkurs setzte die Talfahrt der vergangenen Monate kurz nach dem Handelsstart am Dienstag fort. Die im Dax notierte Aktie sackte um bis zu fünf Prozent auf 53,65 Euro und damit den tiefsten Stand seit 2012 ab, konnten die Verluste zuletzt aber reduzieren.

    Straf-Schadenersatz

    Der grösste Teil der Zahlung entfällt mit rund 2 Milliarden Dollar auf sogenannten Straf-Schadenersatz, wofür es im deutschen Recht keine Entsprechung gibt. Der eigentliche Schadenersatz liegt bei 55 Millionen Dollar. Die Geschworenen wollten offenbar ein deutliches Signal senden, auch wenn sie nicht davon ausgingen, dass der Strafschadensersatz in dieser Höhe Bestand haben wird, erklärte ein Händler. Der Klägeranwalt hatte denn auch eine Milliarde gefordert und dabei auf die 2017 mit Glpyhosat erzielten Gewinne verwiesen.

    Analyst Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan zeigte sich weniger wegen des Schuldspruchs überrascht, sondern wegen der geforderten Zahlung, die deutlich über den beiden zuvor verlorenen Prozessen liegt. Im ersten Prozess hatte eine Jury Bayer vergangenen August zunächst zu 289 Millionen Dollar an Schmerzensgeld und Entschädigung verdonnert. Die Richterin reduzierte die Summe später zwar auf rund 78 Millionen Dollar, dem Aktienkurs half das aber wenig, verdeutlichte der Fall den Investoren doch die grossen Risiken durch den Monsanto-Kauf. Im Ende März verlorenen zweiten Prozess steht eine ähnlich hohe Summe im Raum.

    Damals wie heute zeigte Bayer sich von den Entscheidungen enttäuscht. Die Urteile stünden in direktem Widerspruch zu vielen Studien zur Sicherheit von Glyphosat. Und in der Tat hatte die US-Umweltbehörde EPA den Unkrautvernichter Glyphosat erst Anfang Mai weiterhin als nicht krebserregend eingestuft.

    Gefahr umstritten

    Ob der glyphosatbasierte Verkaufsschlager Roundup Krebs verursacht, bleibt indes umstritten. So fusst die Klagewelle in den USA im Grunde nur auf einer Einschätzung der Internationalen Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die den Unkrautvernichter 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" für Menschen einstufte.

    Die Klagerisiken unterschätzt zu haben, ist denn auch der grösste Vorwurf, dem sich Bayer-Chef Werner Baumann stellen muss. Auf der Hauptversammlung Ende April verweigerten ihm die Aktionäre sogar die Entlastung. Ein einmaliges Ereignis für einen amtierenden Chef eines Dax-Konzerns. So monierte Nicolas Huber von der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS, dass die Rechtsrisiken durch Monsanto "riesig und unkalkulierbar" seien.

    Derartige Einschätzungen spiegelt auch der Aktienkurs wieder. An der Börse bringt es der Konzern auf gerade einmal noch rund 50 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Für Monsanto legten die Leverkusener 63 Milliarden Dollar oder zum aktuellen Wechselkurs rund 56 Milliarden Euro auf den Tisch. JPMorgan Experte Vosser geht davon aus, dass mittlerweile 15 bis 20 Milliarden Euro an Kompensationszahlungen in den Kurs eingepreist seien, was durchschnittlich 1,1 bis 1,5 Millionen Euro für jede der 13 400 Klagen ausmache. Letztendlich dürfte die Zahl auf 15 000 steigen, glaubt Vosser.

    Kein Glyphosat-Verzicht

    Bayer-Chef Baumann betonte derweil unlängst, dass man angesichts der Kurseinbussen zwar nichts beschönigen dürfe, der Monsanto-Kauf auf lange Sicht aber dennoch der richtige Schritt gewesen sei. "Wir halten die Monsanto-Akquisition nach wie vor für werthaltig und strategisch richtig." Liesse man die Glyphosat-Prozesse ausser Acht, zahlt sich der Monsanto-Kauf denn auch rein operativ durchaus aus. So lieferte die Monsanto-Geschäfte im ersten Quartal deutlichen Rückenwind. Die Klagewelle tut der Nachfrage keinen Abbruch, können viele Landwirte auf Unkrautvernichter doch nicht verzichten.

    Mit Blick auf den Fortgang der Prozesse setzt Baumann auf die nächsten Instanzen und die dort zuständigen Berufsrichter, nachdem die Geschworenen in den ersten Runden aus der normalen Bevölkerung kamen. Von de Berufsrichtern erhofft sich Bayer grösseres Augenmerk für die immer wieder zitierten Studien zur Sicherheit von Glyphosat und sachlichere Urteile. Die Berufungsverfahren können sich aber sehr lange hinziehen, im laufenden Jahr wird voraussichtlich keine Entscheidung mehr fallen.

    Bis die Prozesse durch alle Instanzen gegangen sind, fliesst seitens Bayer voraussichtlich auch erst einmal kein Geld. Allerdings dürfte der Druck nun zunehmen, sich mit Klägern zu vergleichen.

    So hatte US-Richter Vince Chhabria, bei dem mehrere Hundert Klagen von Landwirten, Gärtnern und Verbrauchern gebündelt sind, Bayer und die Anwälte der Gegenseite in einem anderen Fall im April aufgefordert, einen Mediator einzuschalten und nach einer gütlichen Einigung zu suchen. Damals hatten Analysten noch betont, dass sich Bayer angesichts der vielen Klagen wohl noch nicht auf einen Vergleich einlassen werde, um keinen Präzedenzfall zu schaffen./mis/zb/jha/

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  • 14.05.2019 Bayer verliert neuen US-Glyphosat-Prozess - Jury ...

    Bayer verliert neuen US-Glyphosat-Prozess - Jury fordert Milliarden

    14.05.2019| 06:39:38

    OAKLAND (awp international) - Neue Niederlage für Bayer vor einem US-Gericht: Der Agrarchemie- und Pharmakonzern hat auch den dritten wichtigen Prozess um womöglich krebserregende Produkte der Tochter Monsanto verloren. Die Geschworenen-Jury des zuständigen Gerichts im kalifornischen Oakland verurteilte das Unternehmen am Montag zu Schadenersatz in Höhe von insgesamt über zwei Milliarden Dollar an die beiden Kläger. Ein Rentnerehepaar macht geltend, wegen des von der Bayer-Tochter Monsanto erzeugten, hochumstrittenen Wirkstoffs Glyphosat an Krebs erkrankt zu sein.

    Der grösste Teil der Zahlung entfällt auf sogenannten Straf-Schadenersatz, wofür es im deutschen Recht keine Entsprechung gibt. Bayer macht für die Krebserkrankungen der beiden Kläger umfangreiche Vorerkrankungen verantwortlich und kündigte umgehend an, Rechtsmittel einzulegen. Es gebe keine wissenschaftlichen Beweise, dass es ohne den Einsatz von Glyphosat nicht zu der Krebserkrankung gekommen wäre.

    Man sei von der Entscheidung enttäuscht, erklärte das Unternehmen in einer Stellungnahme. Das Urteil der Jury stehe in direktem Widerspruch zu der Einschätzung der US-Umweltbehörde EPA, die erst im vergangenen Monat im Rahmen der vorläufigen Zulassungsüberprüfung veröffentlicht worden sei. Die Kläger hätten dagegen nur Teile von Studien angeführt, die so nicht ausreichend belastbar seien.

    Während des Ende März begonnenen Prozesses hatte die Anklage immer wieder versucht, die Geschworenen nicht nur davon zu überzeugen, dass Monsantos Produkte Krebs verursachen, sondern auch, dass etwa mit manipulierten Studien Risiken verschleiert wurden.

    Für Bayer ist der Fall hochbrisant: Es ist bereits der dritte Schuldspruch innerhalb weniger Monate und weitere Prozesse werden folgen. Zuletzt war der Konzern in den USA nach eigenen Angaben mit rund 13 400 Klagen wegen des Unkrautvernichters Roundup konfrontiert. Bayer hat in den ersten beiden Fällen Berufung eingelegt. Der Konzern weist Gesundheitsgefahren von Monsanto-Produkten vehement zurück.

    Bayer vertritt dagegen die Auffassung, dass auf dem Wirkstoff Glyphosat basierende Produkte, darunter das Unkrautvernichtungsmittel Roundup seit mehr als 40 Jahren erfolgreich in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Regulierungsbehörden in aller Welt hätten diese Herbizide bei sachgemässer Anwendung als sicher eingestuft.

    Angesichts der sich häufenden Schlappen vor US-Gerichten wird die Lage für Bayer und Konzernchef Werner Baumann jedoch kritischer. Der Aktienkurs hat bereits gelitten, bei der Hauptversammlung im April verpassten die Aktionäre der Bayer-Führung einen historischen Denkzettel und verweigerten Baumann die Entlastung. Der Börsenwert des Konzerns liegt mittlerweile deutlich unter den rund 63 Milliarden Dollar (56 Mrd Euro), die sich die Leverkusener den Monsanto-Kauf vergangenes Jahr hatten kosten lassen.

    Auch wenn Bayer sich bislang beharrlich dagegen sträubt, dürften Verhandlungen über einen Vergleich mit US-Klägern durch die dritte Niederlage im dritten Prozess wahrscheinlicher werden. US-Richter Vince Chhabria, bei dessen Bundesbezirksgericht in San Francisco mehrere Hundert Klagen von Landwirten, Gärtnern und Verbrauchern gebündelt sind, drängte bereits im April auf eine gütliche Einigung der Streitparteien. Sollten die beiden Seiten keine einvernehmliche Lösung finden, werde ein Mediator gerichtlich bestellt.

    Offiziell geht Bayer davon aus, dass das Geschworenen-Urteil aus Oakland keinen Einfluss auf weitere Verfahren hat. Es werde einige Zeit dauern, bis der gesamte Verfahrenskomplex abgeschlossen sei, hiess es. Bislang habe noch kein Fall die Berufung durchlaufen, bei der wichtige rechtlich relevante Entscheidungen der Verfahren bewertet würden./mis/hbr/he/dm/DP/zb

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  • 13.05.2019 Beiersdorf kauft Sonnenschutz-Geschäft 'Copperton...

    Beiersdorf kauft Sonnenschutz-Geschäft 'Coppertone' von Bayer

    13.05.2019| 19:37:30

    HAMBURG/LEVERKUSEN (awp international) - Beiersdorf kauft Bayer das unter der Marke "Coppertone" geführte Geschäft mit Sonnenschutzprodukten ab. Der Konsumgüterkonzern bezahlt dafür 550 Millionen US-Dollar (aktuell 489,65 Mio. Euro), teilten die beiden Dax -Unternehmen am Montagabend mit. Der Vollzug der Transaktion stehe unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung der zuständigen Behörden. Mit dem Abschluss der Transaktion werde vorbehaltlich der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden im dritten Quartal 2019 gerechnet.

    Bayer braucht nach dem teuren Monsanto-Zukauf Geld zur Entschuldung und plant diverse Spartenverkäufe. Beiersdorf erwirbt den Angaben zufolge die weltweiten Produktrechte an "Coppertone" und übernimmt die rund 450 Mitarbeiter des Geschäfts in den USA, Kanada und China sowie das Produktionswerk in Cleveland (Tennessee, USA).

    "Coppertone" war den Angaben zufolge die erste Sonnenschutzmarke, die 1944 auf den US-Markt gekommen sei. Sie werde in den USA, Kanada und China vertrieben. 2018 habe "Coppertone" einen Umsatz von 213 Millionen US-Dollar (aktuell 189,6 Mio. Euro) erwirtschaftet.

    Mit dem Erwerb betrete Beiersdorf den weltweit grössten Markt für Sonnenschutz, die USA, und stärke seine Präsenz in Nordamerika, hiess es in der Mitteilung weiter. Bayer könne sich durch den Verkauf stärker auf den Ausbau seines Kerngeschäfts mit verschreibungsfreien Marken konzentrieren./fba/jsl/DP

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  • 13.05.2019 Monsanto stellt Bayer vor immer neue Probleme

    Monsanto stellt Bayer vor immer neue Probleme

    13.05.2019| 17:09:48

    PARIS/LEVERKUSEN (awp international) - Die Übernahme des amerikanischen Saatgut- und Pestizidherstellers Monsanto stellt Bayer vor immer neue Probleme. Neben der Flut von Schadenersatzklagen wegen möglicher Krebsrisiken des Monsanto-Unkrautvernichters Roundup sorgen jetzt umstrittene Methoden des US-Konzerns im Umgang mit Politikern, Journalisten und Aktivisten für Ärger. Bayer teilte am Montag mit, dass Monsanto wahrscheinlich seit Mitte des Jahrzehnts europaweit Listen mit Namen von Unterstützern und Kritikern habe erstellen lassen.

    In Frankreich laufen deshalb gegen den amerikanischen Saatgut- und Pestizidhersteller bereits Vorermittlungen wegen der illegalen Erfassung privater Daten. Monsanto steht unter Verdacht, geheime Listen mit Namen von Kritikern des Unternehmens und seiner Produkte in Frankreich geführt zu haben, wie die Pariser Staatsanwaltschaft berichtete. Rund 200 Namen von Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern sollen auf den Listen zu finden sein, darunter beispielsweise der von Ségolène Royal, Ex-Umweltministerin und Gegnerin des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat.

    Doch ist der Fall in Frankreich wohl nur die Spitze des Eisbergs. Am Montag teilte der Leiter der Abteilung Public Affairs und Nachhaltigkeit bei Bayer, Matthias Berninger, mit, es sei sehr wahrscheinlich, dass auch in Deutschland und in anderen europäischen Staaten derartige Listen erstellt worden seien. Denn der Vertrag mit der beteiligten Kommunikationsagentur FleishmanHillard habe sich auf ganz Europa erstreckt.

    Berninger betonte, nach allem, was er bisher gehört habe, halte er das Vorgehen von Monsanto für komplett unangemessen. Der Konzern habe 2015 und in den Jahren danach versucht, seine Geschäftsinteressen in Europa mit Praktiken durchzusetzen, die eher in den USA üblich seien als auf dem alten Kontinent. Es gebe eine ganze Reihe von Beispielen, "wo um in der Fussballsprache zu sprechen, man nicht den Ball gespielt hat, sondern eher auf den Mann gegangen ist oder auf die Frau", sagte Berninger. Ein solcher Umgang mit Journalisten, mit Politikern und Aktivisten sei nicht in Ordnung. Bayer entschuldigte sich deshalb.

    Um den Fall aufzuklären, will der Leverkusener Konzern eine externe Anwaltskanzlei mit der Aufarbeitung und Bewertung der Vorwürfe beauftragen. Es gebe derzeit keine Hinweise, dass gegen gesetzliche Vorschriften verstossen worden sei, doch seien viele Fragen derzeit noch offen, betonte Berninger. Es könne sich bei der Angelegenheit auch um einen "Sturm im Wasserglas" handeln. "Aber wir wollen nicht ausschliessen, dass es das nicht war."

    FleishmanHillard betonte in einer Stellungnahme, das Unternehmen sei bei seinem Handeln stets ethischem Verhalten verpflichtet und agiere verantwortungsbewusst und gesetzeskonform. "Unsere Arbeit entspricht den fachlichen Standards und Gepflogenheiten unserer Branche."

    Bayer hatte den Saatguthersteller Monsanto im vergangenen Jahr für rund 63 Milliarden US-Dollar übernommen. Experten werfen dem Konzern vor, die Risiken des Kaufs angesichts einer Klagewelle wegen mutmasslicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter unterschätzt zu haben. Mittlerweile hat Bayer zwei Geschworenen-Prozesse verloren, in denen die Kläger Entschädigungen von jeweils fast 80 Millionen Dollar zugesprochen bekamen.

    Bayer, das die Sicherheit von Glyphosat beteuert und auf zahlreiche entsprechende Studien verweist, will in beiden Fällen in Berufung gehen. Insgesamt gibt es aber schon 13 400 Klagen in den USA. Die Bayer-Aktie hat seit der Monsanto-Übernahme drastisch an Wert verloren.

    rea/DP/fba

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  • 12.05.2019 Presse: Bayer treibt Spartenverkäufe voran

    Presse: Bayer treibt Spartenverkäufe voran

    12.05.2019| 18:13:20

    FRANKFURT (awp international) - Bayer macht Fortschritte beim Verkauf von zwei Firmenteilen, schreibt das "Handelsblatt". Der angekündigte Verkauf des Chemieparkbetreibers Currenta, an dem der Agrarchemie- und Pharmakonzern 60 Prozent hält, könne schon in den nächsten Wochen wahr werden, heisst es in dem Bericht. Die beiden Finanzinvestoren EQT und Macquarie würden auf die Sparte bieten, der Verkaufspreis solle bei mehr als einer Milliarde Euro liegen.

    Auch die Tiermedizin will Bayer verkaufen. Laut "Handelsblatt" soll bis zum Sommer die Verkaufsinformation an mögliche Bieter verschickt werden. Der Verkaufspreis wird in Finanzkreisen bei sechs bis sieben Milliarden Euro erwartet, heisst es weiter. Auch hier kommen in erster Linie Finanzinvestoren in Frage. Bayer braucht Geld, um nach dem teuren Monsanto-Zukauf Schulden abzubauen./fba

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  • 12.05.2019 Ärger um Monsanto in Frankreich - Bayer bitte um ...

    Ärger um Monsanto in Frankreich - Bayer bitte um Entschuldigung

    12.05.2019| 18:12:13

    PARIS/LEVERKUSEN (awp international) - Die US-Tochter Monsanto sorgt für den Bayer -Konzern erneut für juristische Probleme. In Frankreich laufen gegen den amerikanischen Saatgut- und Pestizidhersteller Vorermittlungen wegen illegaler Erfassung privater Daten. Die Untersuchungen seien einer Abteilung anvertraut worden, bestätigte die Pariser Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur in Paris.

    Monsanto steht unter Verdacht, geheime Listen mit Namen von Kritikern des Unternehmens und seiner Produkte in Frankreich geführt zu haben. Rund 200 Namen von Wissenschaftlern, Journalisten und Politikern sollen darauf stehen, darunter beispielsweise der von Ségolène Royal, Ex-Umweltministerin und Gegnerin des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat.

    Mit den Vorermittlungen hat die Pariser Staatsanwaltschaft auf eine Klage von "Le Monde" und eines Journalisten der Zeitung reagiert, dessen Name ebenfalls auf der Liste gestanden haben soll. Auch die öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt "Frande Télévisions" will nun Klage gegen Monsanto erheben, wie ihr Leiter Yannick Letranchant auf Twitter am Sonntag bekanntgab. Auf der Liste sollen Namen von Journalisten des Senders stehen.

    Bayer kündigte am Sonntag an, eine externe Kanzlei mit einer Untersuchung zu beauftragen. "Französische Medien haben Ende dieser Woche Vorwürfe erhoben, dass Listen mit Unterstützern und Kritikern, die 2016 im Auftrag von Monsanto erstellt wurden, gegen ethische Grundsätze, möglicherweise aber auch gegen gesetzliche Regelungen verstossen haben könnten", hiess es in einer Stellungnahme.

    Nach einer ersten Analyse verstehe man, dass ein solches Projekt Bedenken und Kritik ausgelöst habe. "Dies ist nicht die Art, wie Bayer den Dialog mit unterschiedlichen Interessengruppen und der Gesellschaft suchen würde. Wir bitten daher um Entschuldigung."

    Auch wenn es derzeit keine Hinweise gebe, dass die Erstellung dieser Listen gegen gesetzliche Vorschriften verstossen habe, werde Bayer eine externe Anwaltskanzlei damit beauftragen, das von Monsanto verantwortete Projekt zu untersuchen. Die Kanzlei werde allen in den Listen aufgeführten Personen Auskunft geben, welche Informationen von ihnen gespeichert worden seien. Bayer werde die Ermittlungen der französischen Staatsanwaltschaft vollumfänglich unterstützen.

    Der Bayer-Konzern hatte Monsanto im Frühjahr 2018 gekauft. Seitdem reisst der Ärger nicht ab. In den USA sieht sich Bayer mit zahlreichen Prozessen konfrontiert. An Krebs leidende Menschen behaupten, ihre Krankheit gehe auf die Nutzung des von Monsanto hergestellten Glyphosats zurück./sg/DP/fba

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  • 01.05.2019 US-Umweltbehörde stuft Glyphosat weiter als nicht...

    US-Umweltbehörde stuft Glyphosat weiter als nicht krebserregend ein

    01.05.2019| 06:58:18

    WASHINGTON (awp international) - Die US-Umweltbehörde EPA hält das Pflanzengift Glyphosat im Gegensatz zu den jüngsten Gerichtsurteilen weiterhin nicht für krebserregend. "Die EPA geht weiter davon aus, dass keine Risiken für die öffentliche Gesundheit bestehen, wenn Glyphosat entsprechend der derzeit geltenden Anweisungen verwendet wird", teilte die Behörde am Dienstag (Ortszeit) in Washington mit.

    Damit bleibt die EPA bei ihrer bekannten Linie und widerspricht jüngsten Gerichtsurteilen zu Klagen wegen angeblicher Krebsgefahren gegen die Bayer -Tochter Monsanto, die Glyphosat als Wirkstoff in Unkrautvernichtungsmitteln wie Roundup oder Ranger Pro verwendet und deshalb schon seit langem heftig in der Kritik steht.

    In den den vergangenen Monaten wurde Bayers Tochter schon zweimal zu millionenschwerem Schadenersatz an Kläger verurteilt, die Monsantos Produkte für ihre Krebserkrankung verantwortlich machten. Der Konzern hat zwar Berufung eingelegt, doch die rechtlichen Risiken sind gross. Bayer ist mit rund 13 400 ähnlichen US-Klagen konfrontiert.

    Die Kläger stützen sich besonders auf die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation, die Monsantos Unkrautvernichter 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" für Menschen einstufte. Der Bayer-Konzern weist dies vehement zurück und argumentiert seinerseits mit zahlreichen Studien, die belegen sollen, dass die Produkte bei vorschriftsgemässer Anwendung ungefährlich sind./hbr/DP/jha

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  • 27.04.2019 Aktionäre zeigen Bayer-Chef die gelbe Karte - Auf...

    Aktionäre zeigen Bayer-Chef die gelbe Karte - Aufsichtsrat stützt ihn

    27.04.2019| 09:51:39

    (Ausführliche Fassung)

    BONN (awp international) - Der Kauf des umstrittenen US-Konzerns Monsanto hat die Führungsriege des Agrarchemiekonzerns Bayer bei ihren Aktionären viel Vertrauen gekostet. Die Anteilseigner verweigerten dem Vorstand am Freitag überraschend die Entlastung: 55,5 Prozent des anwesenden Grundkapitals stimmten dagegen und nur 44,5 Prozent dafür.

    Für Vorstandschef Werner Baumann war das eine schallende Ohrfeige - normalerweise liegen die Zustimmungswerte bei grossen Konzernen im hohen 90-Prozentbereich. Bei Bayer waren es im vergangenen Jahr - und auch damals gab es schon Kritik am Monsanto-Kauf - rund 97 Prozent gewesen. Das Votum hat allerdings keine direkten Folgen für den Vorstand, die Entlastung gilt eher als formaler Schritt.

    Bei der 13-stündigen Veranstaltung in einem Bonner Kongresszentrum waren zahlreiche Grossaktionäre hart ins Gericht gegangen mit der Chefetage. Mit Blick auf Imagekratzer durch die Klagewelle wegen angeblicher Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat in den USA und den rapiden Kursverfall der Bayer-Aktie an der Börse sagte etwa Mark Tümmler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW): "Nie zuvor hat ein Dax -Konzern Reputation und Wert so schnell eingebüsst - das ist eine Schande."

    Kritik kam auch vom Analysten Janne Werning von der Fondsgesellschaft Union Investment: "Die Bayer-Führung hat die Rechtsrisiken des Monsanto-Deals offenbar völlig unterschätzt." Seit 2018 hat Bayer in den USA zwei Gerichtsschlappen hinnehmen müssen, der Konzern wurde zu hohem Schadenersatz an Krebskranke verurteilt. Dagegen geht Bayer aber in Berufung. Insgesamt müssen sich die Leverkusener, die 2018 den Konkurrenten und Saatguthersteller Monsanto übernommen hatten, in den USA mittlerweile 13 400 Schadenersatzklagen wegen Glyphosat stellen - und die Zahl dürfte weiter steigen.

    Bayer-Chef Werner Baumann beteuerte erneut, dass Glyphosat "bei sachgerechter Anwendung ein sicheres Produkt" sei. Mit Blick auf die krebskranken Kläger in den USA sagte der Manager: "Glyphosat-basierte Produkte sind nicht der Grund für ihre schweren Erkrankungen."

    Baumanns Beteuerungen konnten die tiefen Sorgenfalten der anwesenden Anteilseigner aber nicht glätten. Die Rechtsrisiken durch Monsanto seien für das 1863 gegründete Traditionsunternehmen "riesig und unkalkulierbar", monierte Nicolas Huber von der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS . "Wir Aktionäre haben grosse Bedenken um den Fortbestand einer 150 Jahre alten und grösstenteils erfolgreichen deutschen Industriegeschichte."

    Ingo Speich von der Deka, die zu den Top-10-Anteilseignern von Bayer zählt, sprach von einem "Scherbenhaufen" und sagte mit Blick auf den Kursverfall: "Innerhalb von nur zwei Jahren ist der einstige Pharmagigant zu einem Zwerg mutiert." Es gebe die Gefahr, übernommen oder sogar zerschlagen zu werden.

    Baumann antwortete auf die Kritik ruhig und blieb bei seiner Linie: Man dürfe angesichts der Kurseinbussen zwar nichts beschönigen, dennoch sei der Monsanto-Kauf auf lange Sicht der richtige Schritt gewesen. "Wir halten die Monsanto-Akquisition nach wie vor für werthaltig und strategisch richtig."

    Man habe die Übernahme vorab gründlich geprüft, sagte der Manager. Aber war es überhaupt möglich, die Rechtsrisiken vorher genau einzuschätzen? Aktionäre meldeten Zweifel an - Monsanto sei auch börsennotiert gewesen, möglicherweise durften die US-Amerikaner in den Übernahmeverhandlungen gar nicht alle Karten auf den Tisch legen. Baumann liess auch diesen Vorwurf abperlen - die Tiefenprüfung des Unternehmens (Due Diligence) sei "marktüblich" gewesen.

    Kritik bei Aktionärstreffen ist - auch bei Bayer - durchaus üblich. Unüblich waren am Freitag hingegen ihre Schärfe und der offene Widerstand von Grossaktionären. Im Jahr 2002 hatte es wegen des Lipobay-Skandals für den damaligen Vorstand nur etwa 90 Prozent gegeben. Zuvor hatte Bayer den Cholesterinsenker, der im Zusammenhang mit mehreren Todesfällen stand, vom Markt genommen. Dieser Wert galt schon als extrem schlecht - und wurde bei dem Votum am späten Freitagabend deutlich gerissen.

    Die Abstimmung wird die Stellung von Unternehmenschef Baumann womöglich schwächen. Allerdings gab der Aufsichtsrat nach einer eilig einberufenen Sitzung am frühen Samstagmorgen dem Konzernlenker demonstrativ Rückendeckung. Man stehe "geschlossen hinter dem Vorstand", hiess es von Seiten des Kontrollgremiums. Man werde den Vorstand dabei "unterstützen, das Vertrauen der Aktionäre und weiterer Stakeholder in das Unternehmen und seine Strategie schnellstmöglich und vollständig wieder zurückzugewinnen".

    Auch der Versammlungsleiter und Aufsichtsratsvorsitzende Werner Wenning hatte bei der Hauptversammlung einen Dämpfer bekommen. Sein Kontrollgremium wurde nur mit 66,4 Prozent des vertretenen Grundkapitals entlastet, nach 98 Prozent im Vorjahr.

    Bei der Veranstaltung hatte der 56-jährige Baumann im Kreuzverhör der Anteilseigner beteuert, dass sich der Aktienkurs erholen werde: "Wir setzen alles daran, den Wert unseres Unternehmens wieder in die Bereiche zu führen, wo er hingehört." Zudem wies er auf gute Zahlen hin - tatsächlich hatte Bayer sich zum Jahresauftakt betriebswirtschaftlich insgesamt gut entwickelt, der Umsatz legte deutlich zu. Doch die dunklen Wolken wegen der Monsanto-Rechtsrisiken trübten die Stimmung der Aktionäre nachhaltig.

    Während in das Bonner Kongresszentrum WCCB rund 3600 Aktionäre gekommen waren, protestierten vor den Türen des Gebäudes bis zu 700 Demonstranten am Morgen lautstark - darunter vor allem junge Menschen aus der "Fridays for Future"-Bewegung. Grosse Agrarkonzerne wie Bayer seien schlecht für die Umwelt und damit für die Zukunft, sagte Aktivist Felix Pohl draussen auf der Strasse.

    Zehn Stunden später tauchte der 20-Jährige dann in dem Kongresszentrum auf und prangerte die "Profitgier" von Bayer an. Nach seinem Redebeitrag skandierte er mit einigen Mitstreitern im Saal: "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut." Diesmal war der Chor der Aktivisten allerdings leiser als am Morgen, als Hunderte von ihnen den "Fridays"-Slogan geschrien hatten.

    Pohls Frage, wie viele Liter Pestizide Bayer im vergangenen Jahr produziert habe, führte allerdings zu keinen neuen Erkenntnissen: Man veröffentliche Umsätze in der Agrarsparte, aber keine Mengen, entgegnete Baumann dem "Fridays"-Aktivisten./wdw/mis/DP/mis

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Stammdaten

Branche/Sektor Chemie
Währung Euro
Typ Aktien/Units mit Aktie/PS
Börse Deut.Boerse
Börse URL www.boerse-frankfurt.com
Symbol BAYN
Valor 10367293
ISIN DE000BAY0017

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Datenquelle:  SIX Financial Information AG