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(56.24 | --- | --- | 22.01.2019)

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Fundamentale Daten

Dividende 0.38
Dividende ex Datum 29.11.2018
Zahlbar Datum 14.12.2018
Rendite 2.70%
Nominalwert 0.01
Anzahl Aktien 2'294'243'816
Marktkapital in Mio. ---
Umsatz Vormonat 2'577'406'779

Aktuelle News

  • 01.11.2018 DowDuPont hebt Sparziel an - Aktienrückkauf angek...

    DowDuPont hebt Sparziel an - Aktienrückkauf angekündigt

    01.11.2018| 12:55:24

    MIDLAND/WILMINGTON (awp international) - DowDuPont hat sein Kostensparziel für den fusionierten Chemiekonzern im dritten Quartal angehoben. Der aus den beiden Chemiekonzernen Dow Chemical und DuPont im vergangenen Jahr entstandene Branchengigant wolle durch die Fusion nun 3,6 Milliarden US-Dollar einsparen, wie DowDuPont am Donnerstag mitteilte. Somit liegt das Ziel 300 Millionen Dollar höher als geplant. Zugleich kündigte der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 3 Milliarden Dollar an.

    Der Umsatz legte im dritten Quartal auf vergleichbarer Basis um zehn Prozent auf 20,1 Milliarden Dollar (17,8 Mrd Euro) zu. Die Erlöse stiegen in allen Bereichen und Regionen, besonders stark in Asien. Unter dem Strich verdiente der Konzern 497 Millionen US-Dollar. Aufgrund der Vereinigung der beiden Unternehmen ist ein Vergleich zum Vorjahr schwierig. Mit einem um Sonderposten bereinigten Gewinn von 74 Cent je Aktie übertraf DowDuPont aber die Erwartungen von Analysten. Für das Gesamtjahr 2018 bestätigte der Konzern sein Gewinnziel pro Aktie.

    Bis Mitte 2019 soll der neue Konzern in drei einzelne, jeweils börsennotierte Teile aufgespalten werden. Als erstes soll der Kunststoffbereich am 1. April abgetrennt werden. Die Unternehmen für Agrarchemikalien Corteva Agriscience und für Spezialchemikalien DuPont sollen am 1. Juni entstehen./elm/men/fba

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  • 01.11.2018 Erfolg für Bayer: US-Landwirte dürfen Unkrautvern...

    Erfolg für Bayer: US-Landwirte dürfen Unkrautvernichter Dicamba weiter nutzen

    01.11.2018| 10:10:11

    WASHINGTON/ST. LOUIS (awp international) - Aufatmen bei Bayer: Die US-Umweltschutzbehörde EPA hat die Zulassung des Unkrautvernichters Dicamba mit Einschränkungen bis Ende 2020 verlängert. Das teilte die Behörde in der Nacht zum Donnerstag mit. Bayer hatte sich zuletzt zwar zuversichtlich gezeigt, dass das umstrittene Mittel weiterhin genutzt werden darf. Sicher war die Zustimmung der Behörden aber nicht.

    Die Zeit war knapp geworden. In wenigen Tagen läuft die bisherige Genehmigung aus. Bei einer Verzögerung oder gar einer Verweigerung der Zulassung hätten Landwirte keinen Grund mehr gehabt, Saatgut von Bayer zu kaufen, das gegen das Mittel resistent ist. Wichtig ist die Zulassung daher auch für die mittelfristigen Ziele von Bayer, die der Konzern bei einem Kapitalmarkttag im Dezember vorstellen will. Analysten sehen grosses Potenzial für Dicamba.

    Experte Jonas Oxgaard von Bernstein Research sieht die jüngste Entwicklung denn auch leicht positiv, warnte aber vor zu viel Optimismus. Er befürchtet, dass eine Zulassung nach 2020 gefährdet ist, auch "weil bis dahin mehr Alternativen auf dem Markt sein dürften".

    Dicamba hatte vor allem für negative Schlagzeilen gesorgt, weil der Wind das Mittel auf Felder wehte, auf denen Sojabohnen angebaut wurden, die gegen das Mittel nicht immun sind. Wegen der Schäden auf Nachbarfeldern mit nicht resistenten Sojasorten fordern mittlerweile zahlreiche Bauern Schadensersatz in Sammelklagen, die sich auch gegen die Wettbewerber BASF und DowDuPont richten.

    Bayer führte die Probleme vor allem auf eine unsachgemässe Verwendung von Dicamba zurück und steckte zuletzt viel Geld in die Schulung von Landwirten. Laut Unternehmensaussagen gingen die Beschwerden etwa wegen Schäden durch ein Verwehen auf andere Felder 2018 deutlich zurück, obwohl sich die Anbaufläche 2018 im Vergleich zum Vorjahr dem Unternehmen zufolge auf rund 50 Millionen Acre (rund 20 Millionen Hektar) verdoppelte. Landwirte setzte Dicamba unter anderem ein, um diejenigen Unkräuter zu bekämpfen, die gegen Glyphosat immun sind.

    Um sicherzustellen, dass das Mittel richtig angewendet wird, machte die EPA nun auch Auflagen. So darf nur noch speziell geschultes Personal das Mittel ausbringen. Bisher hatte ein geschulter Aufseher ausgereicht. Zudem muss unter bestimmten Umständen ein Abstand zu den Feldrändern eingehalten werden, und für Baumwolle sind weniger Behandlungen erlaubt als bisher./mis/stw/fba

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  • 19.10.2018 DowDupont schreibt Milliarden auf Agrarsparte ab ...

    DowDupont schreibt Milliarden auf Agrarsparte ab - Kurs bricht ein

    19.10.2018| 06:07:59

    (Ausführliche Fassung)

    MIDLAND/WILMINGTON (awp international) - Nur knapp ein Dreivierteljahr vor der geplanten Abspaltung schreibt der US-Chemieriese DowDupont Milliarden auf seine Agrar-Tochter ab. Der Betrag belaufe sich auf rund 4,6 Milliarden US-Dollar (gut 4 Mrd Euro), teilte das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss in einer Pflichtmitteilung an die Aufsichtsbehörde SEC mit. Begründet wurde das unter anderem mit gesenkten langfristigen Erwartungen bei Umsatz und Gewinn.

    Dem Konzern machen auch die Folgen des weltweiten Handelsstreits zu schaffen. Landwirte bauen deshalb andere Feldfrüchte an. Bauern setzen in Brasilien etwa mehr auf Sojabohnen statt auf Mais. Das lohnt sich für sie angesichts einer steigenden Nachfrage, nachdem China in Reaktion auf diverse US-Zölle seinerseits Einfuhrabgaben auf Sojabohnen aus den USA verhängt hatte. Zusätzlich bekommt das Agrargeschäft - wie viele Wettbewerber auch - den schwachen brasilianischen Real zu spüren.

    Am Plan, die Agrarsparte als Corteva Agriscience zum 1. Juni 2019 vom Konzern abzuspalten, hält DowDupont indes fest. So hatten sich die beiden Chemieriesen Dow Chemical und DuPont im vergangenen Jahr zusammengetan. Bis Mitte 2019 soll der neue Konzern in drei einzelne, jeweils börsennotierte Teile aufgespalten werden. Als erstes soll der Kunststoffbereich abgetrennt werden. Die Unternehmen für Agrarchemikalien und für Spezialchemikalien sollen anschliessend entstehen.

    Die unveränderten Aufspaltungspläne vermochten die Anleger nur bedingt zu beruhigen. Der Aktienkurs von DowDupont rauschte in einer ersten Reaktion im nachbörslichen Handel am Donnerstag um mehr als sechs Prozent in die Tiefe, fing sich dann etwas, notierte zuletzt aber immer noch mehr als 2 Prozent im Minus.

    Analyst Jonas Oxgaard von Bernstein Research hält den Kurseinbruch für übertrieben. Die Abschreibungen durch den Chemiekonzern spiegelten lediglich die Entwicklungen wider, die bereits weitgehend bekannt seien./mis/he/nas/jha/

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  • 19.10.2018 DowDupont schreibt Milliarden auf Agrarsparte ab ...

    DowDupont schreibt Milliarden auf Agrarsparte ab - Aktienkurs sackt deutlich ab

    19.10.2018| 05:33:33

    MIDLAND/WILMINGTON (awp international) - Der US-Chemieriese DowDupont schreibt Milliarden auf seine Agrar-Tochter ab. Der Betrag belaufe sich auf 4,6 Milliarden US-Dollar, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss in einer Pflichtmitteilung an die Aufsichtsbehörde SEC mit. Begründet wurde die Massnahme unter anderem mit gesenkten langfristigen Erwartungen bei Umsatz und Gewinn. Man sei aber weiter auf dem Weg, Corteva Agriscience zum 1. Juni 2019 vom Konzern abzuspalten.

    Letzteres beruhigte die Anleger nicht. Der Aktienkurs von DowDupont rauschte in einer ersten Reaktion im nachbörslichen Handel um mehr als sechs Prozent in die Tiefe./he

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  • 12.10.2018 Bundesbank-Chef sieht nur Korrektur an den Weltbö...

    Bundesbank-Chef sieht nur Korrektur an den Weltbörsen

    12.10.2018| 05:31:01

    NUSA DUA (awp international) - Der Präsident der Bundesbank, Jens Weidmann, hat die starken Verluste an den Börsen als Korrektur, nicht aber als Vorbote eines grösseren Absturzes eingeordnet. Zum einen stünden die Ausschläge derzeit vor allem in Verbindung mit Kursbewegungen im Technologiesektor, sagte Weidmann am Freitag am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf Bali. Man müsse die Entwicklung zudem auch mit der Lage in den USA sehen, wo einige Kurse seit dem Frühjahr stark angestiegen waren. "All das veranlasst mich, das eher als Korrektur einzuordnen", so Weidmann.

    Er betonte zugleich, das grösste Risiko für die Weltwirtschaft gehe derzeit von einer möglichen weiteren Eskalation im Handelsstreit insbesondere zwischen den USA und China aus. In einem von hoher Nervosität geprägten Handel rutschte der US-Leitindex Dow Jones Industrial zuletzt unter die Marke von 25 000 Punkten. Der Index verlor allein seit Mittwoch über fünf Prozent. Auch der deutsche Dax gab deutlich nach. Die Furcht vor steigenden Zinsen und der globale Handelsstreit gelten als Auslöser für die Börsenkrise./ir/DP/mis

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  • 02.08.2018 Verschmelzung von DowDupont trägt Früchte

    Verschmelzung von DowDupont trägt Früchte

    02.08.2018| 12:51:54

    MIDLAN/WILMINGTON (awp international) - Der Chemiekonzern DowDupont kommt bei der Verzahnung der beiden Teilkonzerne Dow Chemical und Dupont besser voran als gedacht. Insgesamt sollen in diesem Jahr durch die Fusion 1,4 Milliarden Dollar gespart werden und damit mehr als 15 Prozent mehr als bisher angepeilt, wie das Unternehmen am Donnerstag zur Vorlage seiner Quartalsbilanz in Midland ankündigte. Aber auch im Tagesgeschäft lief es zuletzt dank einer Erholung der Nachfrage aus der US-Landwirtschaft und weiterhin starken Geschäften mit Kunststoffen und Spezialchemikalien gut. Umsatz und Gewinn zogen im abgelaufenen Quartal deutlich an. Die Verkaufspreise stiegen.

    Auf pro-forma-Basis kletterte der Umsatz um 17 Prozent auf 24,2 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) schnellte um 29 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar hoch. Unter dem Strich ging das Ergebnis allerdings wegen einer höheren Steuerrückstellung von im Vorjahr 1,84 auf nunmehr 1,77 Milliarden Dollar zurück. Bei den Kennziffern handelt es sich um Pro-Forma-Zahlen, da sonst kein Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum möglich wäre. Hintergrund ist die Fusion.

    Für das dritte Quartal stellte Finanzchef Howard Ungerleider indes im boomenden Saatgutgeschäft auf leichten Gegenwind durch Währungseffekte in Aussicht. Das Umsatzwachstum soll aber im Vergleich zum Vorjahr mehr als 10 Prozent betragen, und das operative Ergebnis um mehr als 12 Prozent zulegen.

    Dow Chemical und DuPont hatten sich im vergangenen Jahr zusammengetan. Der neu geschaffene Konzern soll in drei einzelne, jeweils börsennotierte Teile aufgespalten werden. Die Trennung soll bis Mitte 2019 vollzogen sein./tav/mis/jha/

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  • 25.07.2018 Neue Gentechnik-Produkte müssen gekennzeichnet we...

    Neue Gentechnik-Produkte müssen gekennzeichnet werden

    25.07.2018| 14:53:16

    LUXEMBURG/BERLIN (awp international) - Mithilfe neuer Gentechnikverfahren erzeugte Lebensmittel dürfen nur mit Kennzeichnung in Supermärkte gelangen. Das geht aus einem Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs hervor. Demnach fallen auch neuere Methoden der sogenannten Mutagenese unter die geltenden EU-Regeln (Rechtssache C-528/16), wie die Richter am Mittwoch in Luxemburg erklärten. Für Lebensmittel, die derart verändert wurden, gelten spezielle Kennzeichnungspflichten. Ausserdem müssen beispielsweise Pflanzen, die mit den neuen Verfahren erzeugt wurden, vor der Zulassung auf ihre Sicherheit geprüft werden.

    Während Umweltschützer und Gentechnik-Kritiker das Urteil begrüssten, zeigten sich Bauernverband und Industrie enttäuscht. Welche Konsequenzen die Bundesregierung aus dem Urteil zieht, blieb zunächst offen.

    Den vorliegenden Fall hatte ein französisches Gericht nach Luxemburg verwiesen. In der entsprechenden EU-Richtlinie aus dem Jahr 2001 sind gentechnisch veränderte Organismen (GVOs) definiert als Organismen, deren genetisches Material so verändert worden ist, wie es auf natürliche Weise nicht möglich ist.

    Allerdings gelten für ältere Mutagenese-Verfahren, die als sicher gelten, die strengen GVO-Regeln nicht. Dazu gehört, Pflanzen zu bestrahlen oder mit Chemikalien zu behandeln, so dass sich ihr Erbgut an vielen zufälligen Stellen verändert - also dort Mutationen entstehen. Kultiviert werden dann nur jene Pflanzen, die dadurch gewünschte Eigenschaften bekommen.

    Französische Verbände hatten in ihrer Klage argumentiert, dass im Laufe der Zeit neuere Mutagenese-Verfahren wie die Genschere Crispr entwickelt wurden, mit denen gezielte Veränderungen in Genen möglich seien und die schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen haben könnten. Sie müssten daher denselben Verpflichtungen wie andere genetisch veränderte Organismen unterliegen und speziell überprüft und gekennzeichnet werden.

    Die Luxemburger Richter folgten dieser Argumentation nun weitgehend. Mit den neuen Mutagenese-Verfahren liessen sich die gleichen Wirkungen erzielen wie mit der Einführung eines fremden Gens in einen Organismus, erklärten sie. Die dabei entstehenden Gefahren seien grösser als bei den älteren Mutagenese-Verfahren. Ziel der EU-Regelung sei es aber, grundsätzlich schädliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu verhindern.

    Lebensmittel, für welche die Regularien für gentechnisch veränderte Organismen gelten, gibt es in Deutschland bislang nur ganz vereinzelt zu kaufen. Die überwiegende Mehrheit der Verbraucher lehne sie ab, heisst es beim Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels als Begründung.

    Das CDU-geführte Bundeslandwirtschaftsministerium will nun prüfen, ob nach dem Urteil neue nationale Regelungen notwendig sind. Das Ministerium strebe ein europaweit einheitliches Vorgehen an, sagte Staatssekretär Hermann Onko Aeikens. Er sprach von einem "ambivalenten Urteil" aus Sicht der Verbraucher. Für das Ministerium stehe der gesundheitliche Verbraucherschutz im Vordergrund. Zugleich sagte Aeikens aber: "Wir haben eine Situation, dass Innovation ein Stück weit ausgebremst wird." Er nannte als Beispiel Sorten, die durch neue Methoden besser mit Klimaveränderungen umgehen könnten.

    Der CDU-Agrarexperte Albert Stegemann sagte, es gebe nun Rechtssicherheit. "Dennoch dürfen wir uns dem Innovationspotenzial im Pflanzenbau in Europa nicht verschliessen. Die "neuen Züchtungstechnologien" könnten zur Bewältigung von vielen globalen Herausforderungen massgeblich beitragen.

    Den deutschen Behörden liegen bereits drei Anträge zur Frage vor, ob bestimmte Produkte als gentechnisch veränderte Organismen einzustufen sind. Dabei handelt es sich um eine Apfelsorte, um Raps und eine neue Züchtung der Krautpflanze Ackerschmalwand, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet hatte. Aeikens bestätigte dies. Die Prüfung werde nun im Lichte des Urteils erfolgen.

    Der Koalitionspartner SPD forderte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) auf, nun ein Gesetz vorzulegen, das den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland grundsätzlich untersage - einschliesslich der mit neuen Gentechniken hergestellten. SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch sagte, der EuGh habe die Interessen von Verbrauchern und Landwirten gestärkt.

    Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) nannte das Urteil eine "gute Nachricht" für die Umwelt und den Verbraucherschutz. Der Weg sei nun frei für eine umfassende Risikobewertung und eine Kennzeichnung, die Verbrauchern Wahlfreiheit ermögliche. Mute Schimpf von der Umweltschutz-Organisation "Friends of the Earth" sagte, der Versuch der Biotech-Industrie sei gescheitert, unerwünschte genetisch veränderte Produkte auf den Markt zu drücken.

    Dagegen kritisierte Bauern-Präsident Joachim Rukwied, das Urteil verbaue die Möglichkeiten, mit Hilfe von Pflanzenzüchtung auf die Herausforderungen des Klimawandels zu reagieren. "Die derzeitige Dürre zeigt uns exemplarisch, dass wir zukünftig beispielsweise trockenheitstolerantere Sorten brauchen", sagte Rukwied. Der Verband der Chemischen Industrie nannte das Urteil "rückwärtsgewandt" und "fortschrittsfeindlich". Es schade der Innovationsfähigkeit des Biotech-Standorts EU erheblich./asa/DP/stw

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  • 29.05.2018 Rekord-Übernahme mit Risiko: Bayer und Monsanto f...

    Rekord-Übernahme mit Risiko: Bayer und Monsanto fast am Ziel

    29.05.2018| 18:54:28

    (Meldung weiter ausgebaut)

    WASHINGTON/LEVERKUSEN (awp international) - Bayer -Chef Werner Baumann war erst wenige Tage im Amt, als er 2016 zum grössten Wurf in der Geschichte des Konzerns ausholte. Nun ist der 55-jährige Top-Manager fast am Ziel: Die US-Behörden haben der mehr als 62,5 Milliarden US-Dollar (rund 50 Mrd Euro) schweren Übernahme des amerikanischen Saatgut- und Agrarchemie-Riesen Monsanto zugestimmt - allerdings mit weitreichenden Auflagen. Und die Risiken sind für die Leverkusener generell hoch. Der Zukauf ist teuer, und Monsanto steht nicht nur wegen seines umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat in der Kritik.

    "Mit der Freigabe des Department of Justice (DoJ) stehen wir jetzt kurz vor dem Ziel, ein führendes Unternehmen der Agrarwirtschaft zu schaffen", teilte Baumann am Dienstagabend mit. Die Genehmigung der US-Behörden ist ein Meilenstein. Auch wenn Mexiko und Kanada noch zustimmen müssen, gilt die Transaktion Bayer/Monsanto als sicher. Es ist die grösste Übernahme eines deutschen Unternehmens im Ausland.

    Der Dax-Konzern steigt dadurch schlagartig zum weltweit grössten Anbieter von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln auf. Doch Baumann musste sich ins Zeug legen und erhebliche Zugeständnisse machen, damit die Kartellwächter den Milliarden-Deal durchwinken.

    Der Bayer-Chef hat etliche Flugmeilen auf sich genommen, um für die Milliarden-Fusion zu werben. Mit seinem Monsanto-Pendant Hugh Grant, der nach der Übergabe seinen Posten räumen will, war Baumann bereits im Januar 2017 zum Antrittsbesuch bei Donald Trump, der damals noch nicht einmal als US-Präsident vereidigt war.

    Ein Jahr später umgarnte Baumann Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Erst kürzlich soll er erneut in den USA gewesen sein, um beim Justizministerium Überzeugungsarbeit für den Deal zu leisten.

    Dennoch nahmen sich die Wettbewerbshüter viel Zeit, um zu prüfen, ob die Marktmacht durch die Fusion nicht zu gross wird. Letztlich stimmte die Trump-Regierung - wie im März bereits die EU-Kommission - dem Zusammengehen der Grosskonzerne nur unter strengen Bedingungen zu.

    Bayer muss deutlich mehr Geschäftsanteile an den Rivalen BASF verkaufen als ursprünglich erwartet. Auf 7,6 Milliarden Euro beziehungsweise 9 Milliarden Dollar beläuft sich der Kaufpreis.

    Die wesentlichen Veräusserungen waren schon bekannt. In zwei Tranchen muss sich der deutsche Konzern unter anderem von seinem Gemüse- und Feldsaatgut-Geschäft, von Aktivitäten bei "Digital Farming" sowie vom weltweiten Geschäft mit Glufosinat-Ammonium trennen - insgesamt geht damit ein Umsatzvolumen von 2,2 Milliarden Euro an BASF. Dem Verkauf stimmte die EU-Kommission Anfang Mai unter Auflagen zu.

    "Gemäss den Auflagen des DoJ kann die Integration von Monsanto in den Bayer-Konzern erfolgen, sobald BASF den Erwerb der von Bayer abgegebenen Geschäfte vollzogen hat", erklärte Bayer am Dienstag. "Hiermit wird in zwei Monaten gerechnet."

    Da Bayer und Monsanto fast rund um den Globus Geschäfte machen, mussten Genehmigungen in rund 30 Ländern eingeholt werden. Neben den USA waren Brasilien und die EU die wichtigsten Hürden.

    Für die Leverkusener ist der teure Zukauf auch ein finanzieller Kraftakt. Den Eigenkapital-Anteil der Fusion will Bayer unter anderem durch den Verkauf des Werkstoff-Herstellers Covestro sowie der Geschäftsteile an BASF stemmen.

    Und auch wenn die Monsanto-Übernahme endlich in trockenen Tüchern ist, bleiben für Bayer grosse Herausforderungen. Der Konzernumsatz stagnierte zuletzt, mehrere Sparten schwächeln. Auf der Hauptversammlung vor wenigen Tagen warnten Aktionäre, das Kerngeschäft wegen der Übernahme nicht zu vernachlässigen.

    Sie sorgten sich auch um Monsantos schlechtes Image, das abstrahlen könnte. Der US-Konzern steht wegen des Pestizids Glyphosat in der Kritik, das Sammelkläger und einige Studien für krebserregend halten.

    Das ist jedoch nicht alles. In den USA etwa klagen zahlreiche Bauern wegen des Herbizids Dicamba, das zwar Unkraut tötet, aber auch Nutzpflanzen - sofern sie nicht aus genetisch modifizierter Saat stammen. In Europa, wo Politik und Verbraucher Gentechnik mit grossem Argwohn betrachten, hat Monsanto ohnehin wenig Freunde. Nicht nur Umwelt- und Verbraucherschützern kritisieren die Fusion. Landwirte sorgen sich angesichts der grossen Marktmacht der Konzerne. Sie klagen jetzt schon, dass an Monsantos Produkten in einigen Bereichen kaum ein Weg vorbeiführt.

    Auch die Leverkusener beschäftigen Sammelklagen in den USA - etwa im Pharmageschäft im Zusammenhang mit ihrem Gerinnungshemmer Xarelto. Der Konzern verspricht sich von der Monsanto-Übernahme vor allem eine hohe Wertsteigerung und Know-how beim Saatgut und "Digital Farming".

    Nicht zuletzt gilt es angesichts grosser Zusammenschlüsse von Konkurrenten, im Agrarchemie-Sektor nicht abgehängt zu werden. Mit der Fusion von Dow Chemicals und Dupont zum Chemiegiganten DowDupont 2017 und der Übernahme des Schweizer Agrarchemie-Anbieters Syngenta durch den Chemieriesen Chemchina hat sich der Wettbewerb verschärft.

    Baumann war sich der Skepsis von Anfang an bewusst. "Wir werden das kombinierte Geschäft nach Abschluss der Übernahme nach unseren Massstäben führen", versprach er besorgten Aktionären schon im Frühjahr 2017 - bis heute das Mantra bei Bayer./hbr/DP/nas

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  • 03.05.2018 Nachfrage der Bau- und Chipindustrie treibt Chemi...

    Nachfrage der Bau- und Chipindustrie treibt Chemiekonzern DowDupont an

    03.05.2018| 12:20:46

    MIDLAN/WILMINGTON (awp international) - Gut laufende Geschäfte mit Kunststoffen und Spezialchemikalien haben dem US-Chemieriesen DowDupont zum Jahresstart Rückenwind verliehen. Die Schwäche des Agrarchemie-Bereichs wurde mehr als ausgeglichen. Hier rechnet der Konzern nach Belastungen durch das für die Landwirte ungünstige Wetter nun mit Besserung. Bei den Anlegern kamen die Zahlen gut an. Die Papiere legten im vorbörslichen US-Handel zunächst leicht zu.

    Insgesamt stieg der Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres um 5 Prozent auf 21,5 Milliarden US-Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag in Midland mitteilte. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 6 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar zu. Bei den Kennziffern handelt es sich um Pro-Forma-Zahlen, da sonst kein Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum möglich wäre. Hintergrund ist die Fusion der Chemiekonzerne Dow Chemical und Dupont im vergangenen Jahr zu DowDupont.

    Dabei wird es aber nicht bleiben. Der neu geschaffene Konzern wird in drei einzelne, jeweils börsennotierte Unternehmen aufgespalten. Am Zeitplan hält Chef Ed Breen fest. Bis Mitte 2019 sollen die Trennungen vollzogen sein. Als erstes soll der Kunststoffbereich bis zum Ende des ersten Quartals 2019 abgetrennt werden. Die Unternehmen für Agrarchemikalien und für Spezialchemikalien sollen dann bis zum ersten Juni desselben Jahres folgen.

    Auch bei den geplanten Einsparungen von 3,3 Milliarden Dollar im Zuge der Fusion sieht sich DowDupont auf Kurs. Insgesamt seien schon mehr als 300 Millionen Dollar realisiert worden, hiess es. Der Fokus richte sich mittlerweile auch stärker auf Umsatzsteigerungen./mis/tav/jha/

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  • 04.04.2018 Handelsstreit zwischen USA und China schaukelt si...

    Handelsstreit zwischen USA und China schaukelt sich hoch

    04.04.2018| 17:02:31

    (neu: Trump-Tweets ergänzt im 6. Absatz)

    PEKING/WASHINGTON (awp international) - Die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China verschärft die Sorgen über neue Gefahren für die Weltwirtschaft. Die beiden grössten Volkswirtschaften wollen sich gegenseitig mit Strafzöllen von 25 Prozent auf Einfuhren in Höhe von jeweils 50 Milliarden Dollar im Jahr überziehen.

    Als erster kündigten die USA ihre Strafzölle an: Handelsbeauftragter Robert Lighthizer begründete sie mit dem Vorwurf chinesischen Technologiediebstahls. China reagierte empört und kündigte nur Stunden später als Vergeltung eigene Sonderabgaben auf US-Importe in gleicher Höhe an.

    Die Strafzölle der USA zielen auf Produkte der chinesischen Hochtechnologie-Industrien. Darunter sind der Maschinenbau, die Raumfahrt sowie die Informations- und Kommunikationstechnik. China will mit seiner Vergeltung auch den ländlichen Raum in den USA treffen, der mehrheitlich US-Präsident Donald Trump gewählt hat.

    Neben Sojabohnen und Rindfleisch aus den USA sind auch Autos sowie Produkte der Chemie- und Flugzeugindustrie betroffen. Sojabohnen gehören zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Exportgütern der USA nach China. 2016 verschifften die Vereinigten Staaten dorthin Sojabohnen im Wert von etwa einer Milliarde Dollar.

    Den Aufschlag machten die USA. Der US-Handelsbeauftragte legte am Dienstag Ortszeit in Washington eine Liste mit 1300 Produkten vor, auf die Strafzölle von 25 Prozent erhoben werden sollen. Sie wird in den nächsten zwei Monaten justiert und könnte im Juni in Kraft treten. Lighthizer begründete das scharfe Vorgehen mit chinesischen Verstössen gegen Urheberrechte und den Zwang für US-Unternehmen in China, Technologie an heimische Firmen weiterzugeben.

    Trump schrieb am Mittwoch auf Twitter, man sei in gar keinem Handelskrieg mit China, sei dieser doch schon vor Jahren verloren worden: von den "dummen, inkompetenten Repräsentanten der USA". In einem zweiten Tweet schrieb Trump unter Bezug auf das von ihm so bezifferte Handelsdefizit mit China: "Wenn man schon 500 Milliarden (US-Dollar) in den Miesen ist, kann man nicht mehr verlieren!"

    Wegen der Verschärfung des Streits war die Stimmung am Frankfurter Aktienmarkt am Mittwoch spürbar gedrückt. Das Wirtschaftsministerium in Berlin wollte die Massnahmen nicht bewerten. Es betonte aber, Protektionismus und Handelsbarrieren nützten langfristig niemanden.

    "Ein regelbasierter, freier und gerechter Welthandel sollte das Ziel aller sein", sagte ein Sprecher. Mit Blick auf Deutschlands Handelsprobleme mit Washington sagte er, das Zeitfenster des Dialogs müsse seitens der EU und der USA sehr intensiv genutzt werden, um eine Spirale hin zu einem Handelskonflikt zu vermeiden.

    Das genaue Ausmass der chinesischen Gegenmassnahmen und der Zeitpunkt, wann die Strafzölle in Kraft treten, werden noch verkündet. Es geht um 106 amerikanische Produkte in vier Kategorien. Den Wert der Importe gab das Handelsministerium in Peking ebenfalls mit 50 Milliarden Dollar an. "Wir sind zuversichtlich und in der Lage, auf jeden Handelsprotektionismus der USA zu antworten." China werde auch die Schiedsgremien der Welthandelsorganisation (WTO) anrufen. Das US-Vorgehen verstosse gegen deren Grundsätze.

    Das Ministerium nannte die Strafzölle grundlos. "Es ist typisch für eine Politik des Alleingangs und Handelsprotektionismus." Die neue Liste widerspreche den Interessen der USA wie denen Chinas und ignoriere die Bedürfnisse der Verbraucher. "Es gibt keinen Gewinner in einem Handelskrieg", sagte Aussenamtssprecher Geng Shuang. "China durch Druck oder Einschüchterung zur Aufgabe zu zwingen, hat in der Vergangenheit nicht funktioniert und wird auch heute nicht gelingen."

    Der US-Handelsbeauftragte Lighthizer begründete die Strafzölle damit, dass die USA wirksame Massnahmen ergreifen müssten, um China wegen seiner staatlich gelenkten Bemühungen zu konfrontieren, sich zwangsweise amerikanische Technologie anzueignen "oder sogar zu stehlen". Er bezog sich auch direkt auf die ehrgeizige chinesische Industriestrategie "Made in China 2025", mit der das Reich der Mitte zum weltweiten Technologieführer aufsteigen will.

    Chinas Aussenministerium verteidigte die chinesische Industriepolitik, deren Ziele offen und transparent seien. "Es ist verständlich, dass China seine Produktionsfähigkeiten stärken will", sagte Sprecher Geng Shuang. Auch andere Länder wie Deutschland mit seiner "Industrie 4.0" verfolgten ähnliche Strategien. Die USA seien wissenschaftlich und technologisch führend. "Sie sollten mehr Zuversicht in sich haben."

    Die neue Liste der USA folgt auf Strafabgaben auf Stahl und Aluminium, die Washington im März verfügt hatte. Darauf hatte China am Montag mit eigenen Zöllen auf amerikanische Einfuhren in Höhe von drei Milliarden Dollar geantwortet. "Es ist nur höflich, sich zu revanchieren, heisst es in einer chinesischen Redensart", meinte die US-Botschaft in einer Reaktion auf die neue Liste.

    Vertreter der US-Wirtschaft und der in China tätigen US-Unternehmen warnten, dass höhere Einfuhrzölle der falsche Weg seien und Verbraucher in den USA schädigten. Der Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, sagte nach Medienberichten, er sei "kein Freund von Zöllen". Der Republikaner warnte, dass sich die Vereinigten Staaten auf einem "rutschigen Abhang" bewegten. "Ich bin nervös, in einen Handelskrieg zu geraten, und hoffe, dass es nicht zu weit geht."/lw/dm/grj/DP/jha

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  • 04.04.2018 Korr: Handelsstreit zwischen USA und China schauk...

    Korr: Handelsstreit zwischen USA und China schaukelt sich hoch

    04.04.2018| 14:24:39

    (Im zweiten Absatz wurde verdeutlicht, dass Sojabohnen zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Exportgütern der USA nach China gehören, aber nicht das insgesamt wichtigste Exportgut der USA sind. Der Satz "Rund 60 Prozent gehen nach China." wurde gestrichen.)

    PEKING/WASHINGTON (awp international) - Die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China verschärft die Sorgen über neue Gefahren für die gesamte Weltwirtschaft. Die beiden grössten Volkswirtschaften wollen sich gegenseitig mit Strafzöllen von 25 Prozent auf Einfuhren in Höhe von jeweils 50 Milliarden US-Dollar im Jahr überziehen. Als erster kündigten die USA ihre Strafzölle an, die der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer mit chinesischem Technologieklau begründete. China reagierte empört und kündigte nur wenige Stunden später als Vergeltung eigene Sonderabgaben auf US-Importe in gleicher Höhe an.

    Die Strafzölle der USA zielen auf Produkte der chinesischen Hochtechnologie-Industrien, darunter der Maschinenbau, die Raumfahrt sowie die Informations- und Kommunikationstechnik. Umgekehrt will China mit seiner Vergeltung auch den ländlichen Raum in den USA treffen, der mehrheitlich US-Präsident Donald Trump gewählt hat. Neben Sojabohnen und Rindfleisch aus den USA sind auch Autos sowie Produkte der Chemie- und Flugzeugindustrie betroffen. Sojabohnen gehören zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Exportgütern der USA nach China. 2016 verschifften die Vereinigten Staaten dorthin Sojabohnen im Wert von etwa einer Milliarde US-Dollar.

    Den Aufschlag machten die USA. Der US-Handelsbeauftragte legte am Dienstag Ortszeit in Washington eine Liste mit 1300 Produkten vor, auf die Strafzölle von 25 Prozent erhoben werden sollen. Sie wird in den nächsten zwei Monaten noch justiert und könnte im Juni in Kraft treten. Lighthizer begründete das scharfe Vorgehen mit chinesischen Verstössen gegen Urheberrechte und den Zwang für US-Unternehmen in China, Technologie an heimische Firmen weiterzugeben.

    Die neuen Strafzölle weckten Beunruhigung über die globalen Auswirkungen einer weiteren Verschärfung des Streits zwischen den beiden grössten Wirtschaftsnationen. So war die Stimmung am Frankfurter Aktienmarkt am Mittwoch spürbar gedrückt. Das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin wollte die Massnahmen nicht bewerten, betonte aber, Protektionismus und Handelsbarrieren nützten langfristig niemanden.

    "Daher sollte ein regelbasierter, freier und gerechter Welthandel das Ziel aller sein", sagte ein Sprecher. Mit Blick auf die eigenen Handelsprobleme mit Washington führte er aus, die Entwicklung zeige umso mehr, dass das Zeitfenster des Dialogs durch die EU und die USA sehr intensiv genutzt werden muss, um eine Spirale hin zu einem Handelskonflikt zu vermeiden.

    Das genaue Ausmass der chinesischen Gegenmassnahmen und der Zeitpunkt, wann die Strafzölle in Kraft treten, wird noch verkündet. Es geht um 106 amerikanische Produkte in vier Kategorien. Den Wert der Importe gab das Handelsministerium ebenfalls mit 50 Milliarden US-Dollar an. "Wir sind zuversichtlich und in der Lage, auf jeden Handelsprotektionismus der USA zu antworten." China werde auch die Schiedsgremien der Welthandelsorganisation (WTO) anrufen. Das US-Vorgehen verstosse gegen die Grundsätze der WTO.

    Das Ministerium nannte die Strafzölle "grundlos". "Es ist typisch für eine Politik des Alleingangs und Handelsprotektionismus." Die neue Liste widerspreche sowohl den Interessen der USA als auch denen Chinas und ignoriere die Bedürfnisse der Verbraucher. "Es gibt keinen Gewinner in einem Handelskrieg", fügte Aussenamtssprecher Geng Shuang hinzu. "China durch Druck oder Einschüchterung zur Aufgabe zu zwingen, hat in der Vergangenheit nicht funktioniert und wird auch heute nicht gelingen."

    Der US-Handelsbeauftragte Lighthizer begründete die Strafzölle damit, dass die USA wirksame Massnahmen ergreifen müssten, um China wegen seiner staatlich gelenkten Bemühungen zu konfrontieren, sich zwangsweise amerikanische Technologie anzueignen "oder sogar zu stehlen". Er bezog sich auch direkt auf die ehrgeizige chinesische Industriestrategie "Made in China 2025", mit der das Reich der Mitte zum weltweiten Technologieführer aufsteigen will.

    Chinas Aussenministerium verteidigte die chinesische Industriepolitik, deren Ziele "offen und transparent" seien. "Es ist verständlich, dass China seine Produktionsfähigkeiten stärken will", sagte Sprecher Geng Shuang. Auch andere Länder wie Deutschland mit seiner "Industrie 4.0" verfolgten ähnliche Strategien. Die USA seien wissenschaftlich und technologisch führend. "Sie sollten mehr Zuversicht in sich haben."

    Die neue Liste der USA folgt auf Strafabgaben auf Stahl und Aluminium, die Washington im März verfügt hatte. Darauf hatte China am Montag mit eigenen Zöllen auf amerikanische Einfuhren in Höhe von drei Milliarden US-Dollar geantwortet. "Es ist nur höflich, sich zu revanchieren, heisst es in einer chinesischen Redensart", meinte die US-Botschaft in einer Reaktion auf die neue Liste.

    Vertreter der US-Wirtschaft und der in China tätigen US-Unternehmen warnten, dass höhere Einfuhrzölle der falsche Weg seien und Verbraucher in den USA schädigten. Der Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, sagte nach US-Medienberichten, er sei "kein Freund von Zöllen". Der Republikaner warnte, dass sich die USA auf einem "rutschigen Abhang" bewegten. "Ich bin nervös, in einen Handelskrieg zu geraten, und hoffe, dass es nicht zu weit geht."/lw/dm/grj/DP/jha

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  • 04.04.2018 Handelsstreit zwischen USA und China schaukelt si...

    Handelsstreit zwischen USA und China schaukelt sich hoch

    04.04.2018| 11:21:36

    (neu: mehr Details und Hintergrund)

    PEKING/WASHINGTON (awp international) - Die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China verschärft die Sorgen über neue Gefahren für die gesamte Weltwirtschaft. Die beiden grössten Volkswirtschaften wollen sich gegenseitig mit Strafzöllen von 25 Prozent auf Einfuhren in Höhe von jeweils 50 Milliarden US-Dollar im Jahr überziehen. Als erster kündigten die USA ihre Strafzölle an, die der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer mit chinesischem Technologieklau begründete. China reagierte empört und kündigte nur wenige Stunden später als Vergeltung eigene Sonderabgaben auf US-Importe in gleicher Höhe an.

    Die Strafzölle der USA zielen auf Produkte der chinesischen Hochtechnologie-Industrien, darunter der Maschinenbau, die Raumfahrt sowie die Informations- und Kommunikationstechnik. Umgekehrt will China mit seiner Vergeltung auch den ländlichen Raum in den USA treffen, der mehrheitlich US-Präsident Donald Trump gewählt hat. Neben Sojabohnen und Rindfleisch aus den USA sind auch Autos sowie Produkte der Chemie- und Flugzeugindustrie betroffen. Sojabohnen sind das wichtigste Exportgut der USA. Rund 60 Prozent gehen nach China.

    Den Aufschlag machten die USA. Der US-Handelsbeauftragte legte am Dienstag Ortszeit in Washington eine Liste mit 1300 Produkten vor, auf die Strafzölle von 25 Prozent erhoben werden sollen. Sie wird in den nächsten zwei Monaten noch justiert und könnte im Juni in Kraft treten. Lighthizer begründete das scharfe Vorgehen mit chinesischen Verstössen gegen Urheberrechte und den Zwang für US-Unternehmen in China, Technologie an heimische Firmen weiterzugeben.

    Die neuen Strafzölle weckten Beunruhigung über die globalen Auswirkungen einer weiteren Verschärfung des Streits zwischen den beiden grössten Wirtschaftsnationen. So war die Stimmung am Frankfurter Aktienmarkt am Mittwoch spürbar gedrückt. Das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin wollte die Massnahmen nicht bewerten, betonte aber, Protektionismus und Handelsbarrieren nützten langfristig niemanden.

    "Daher sollte ein regelbasierter, freier und gerechter Welthandel das Ziel aller sein", sagte ein Sprecher. Mit Blick auf die eigenen Handelsprobleme mit Washington führte er aus, die Entwicklung zeige umso mehr, dass das Zeitfenster des Dialogs durch die EU und die USA sehr intensiv genutzt werden muss, um eine Spirale hin zu einem Handelskonflikt zu vermeiden.

    Das genaue Ausmass der chinesischen Gegenmassnahmen und der Zeitpunkt, wann die Strafzölle in Kraft treten, wird noch verkündet. Es geht um 106 amerikanische Produkte in vier Kategorien. Den Wert der Importe gab das Handelsministerium ebenfalls mit 50 Milliarden US-Dollar an. "Wir sind zuversichtlich und in der Lage, auf jeden Handelsprotektionismus der USA zu antworten." China werde auch die Schiedsgremien der Welthandelsorganisation (WTO) anrufen. Das US-Vorgehen verstosse gegen die Grundsätze der WTO.

    Das Ministerium nannte die Strafzölle "grundlos". "Es ist typisch für eine Politik des Alleingangs und Handelsprotektionismus." Die neue Liste widerspreche sowohl den Interessen der USA als auch denen Chinas und ignoriere die Bedürfnisse der Verbraucher. "Es gibt keinen Gewinner in einem Handelskrieg", fügte Aussenamtssprecher Geng Shuang hinzu. "China durch Druck oder Einschüchterung zur Aufgabe zu zwingen, hat in der Vergangenheit nicht funktioniert und wird auch heute nicht gelingen."

    Der US-Handelsbeauftragte Lighthizer begründete die Strafzölle damit, dass die USA wirksame Massnahmen ergreifen müssten, um China wegen seiner staatlich gelenkten Bemühungen zu konfrontieren, sich zwangsweise amerikanische Technologie anzueignen "oder sogar zu stehlen". Er bezog sich auch direkt auf die ehrgeizige chinesische Industriestrategie "Made in China 2025", mit der das Reich der Mitte zum weltweiten Technologieführer aufsteigen will.

    Chinas Aussenministerium verteidigte die chinesische Industriepolitik, deren Ziele "offen und transparent" seien. "Es ist verständlich, dass China seine Produktionsfähigkeiten stärken will", sagte Sprecher Geng Shuang. Auch andere Länder wie Deutschland mit seiner "Industrie 4.0" verfolgten ähnliche Strategien. Die USA seien wissenschaftlich und technologisch führend. "Sie sollten mehr Zuversicht in sich haben."

    Die neue Liste der USA folgt auf Strafabgaben auf Stahl und Aluminium, die Washington im März verfügt hatte. Darauf hatte China am Montag mit eigenen Zöllen auf amerikanische Einfuhren in Höhe von drei Milliarden US-Dollar geantwortet. "Es ist nur höflich, sich zu revanchieren, heisst es in einer chinesischen Redensart", meinte die US-Botschaft in einer Reaktion auf die neue Liste.

    Vertreter der US-Wirtschaft und der in China tätigen US-Unternehmen warnten, dass höhere Einfuhrzölle der falsche Weg seien und Verbraucher in den USA schädigten. Der Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, sagte nach US-Medienberichten, er sei "kein Freund von Zöllen". Der Republikaner warnte, dass sich die USA auf einem "rutschigen Abhang" bewegten. "Ich bin nervös, in einen Handelskrieg zu geraten, und hoffe, dass es nicht zu weit geht."/lw/dm/grj/DP/jha

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Stammdaten

Branche/Sektor Landwirtschaft & Fischerei
Währung US-Dollar
Typ Aktien/Units mit Aktie/PS
Börse NYSE
Börse URL www.nyse.com
Symbol DWDP
Valor 37575522
ISIN ---

Performance

  +/- +/-%
Perf. 1W   +1.52%
Perf. laufende Woche --- ---
Perf. 1M +4.01 +7.68%
Perf. 3M +2.32 +4.30%
Perf. laufendes Jahr +2.76 +5.16%
Perf. 52W   -26.01%

Bezahlte Kurse

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Instrument Barausschüttung (12.10.2018)

Handelsplätze

Börse Letzter +/-% Volumen Datum/Zeit
Deut.Boerse 49.56 -0.04% --- 12:21:39
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Derivate SIX Structured Products

Hoch/Tief Historisch

Vortageshoch 57.78 (22.01.2019)
Vortagestief 55.88 (22.01.2019)
Hoch 1W 58.53 (18.01.2019)
Tief 1W 54.38 (15.01.2019)
Hoch 1M 58.53 (18.01.2019)
Tief 1M 48.89 (26.12.2018)
Hoch 3M 60.45 (08.11.2018)
Tief 3M 48.89 (26.12.2018)
Hoch 1J 77.08 (24.01.2018)
Tief 1J 48.89 (26.12.2018)


Datenquelle:  SIX Financial Information AG